Matschen und Mampfen



Die KLJB baut Lehmöfen – unsere neue Gruppenstunde für draußen feierte am 5. Juli Premiere in Großenried

Strahlende Abendsonne und 16 gut gelaunte Großenrieder begrüßten Bildungsreferentin Martina Kleinert und die Diözesanvorsitzende Hannah Lehner in ihrem geräumigen Domizil, dem örtlichen Pfarrheim. Nach der Besichtigung des Baufortschrittes im „Clubraum“ ging es aber nach draußen, schließlich sollte die neue „Outdoor“-Gruppenstunde heute da erste Mal im öffentlichen Rahmen von statten gehen.

Die „Zutaten“
Weidenruten (Stichworte: Nacht und Nebel, Hannah, Altmühl), Stroh, Wasser, Sand und Lehm (Stichworte: Ziegelwerk Schiele Adelschlag, gratis, Nachschlag jederzeit möglich – Super!) sollten sich mit fleißiger Hände Arbeit zu drei Lehmöfen formen und anschließend auch für's Abendbrot sorgen.

Die Durchführung
Während drei Mini-Grüppchen mit der Herstellung eines Geflechtes aus Weidenruten beschäftigt waren, welches das Skelett der Öfen bildete, kämpften Lena Weigelt (15) und Florian Reif (17) mit Todesverachtung und eiserner Härte am Lehmtrog um das richtige Mischungsverhältnis und eine möglichst geschmeidige Pampe. Klar, dass nach einiger Zeit auch die ersten Lehmkügelchen durch die Gegend flogen und ihren Platz zielsicher an Gesichtern und Klamotten fanden. Bevor die Lehmschlacht aber eskalierte, war es schon Zeit, den Lehm-Matsch als Verkleidung für die Weidengeflechte zu nutzen, so dass drei kleine Öfen entstanden, die teilweise noch monströs verziert wurden. Gruppe „Baumeister“ hingegen kümmerte sich in all der Zeit um ein stabiles und maßgeschneidertes Paletten-Fundament für den großen Lehmofen, der von jeder OG, die diese Gruppenstunde bucht, um einen Bauabschnitt erweitert wird und am Ende alle Beteiligten beim KLJB-Lehmofen Einweihungsfest in Fiegenstall das Ergebnis bewundern können. Dieser große Lehmofen ist mobil, sozusagen „Lehm to go“, und wird auf einem Hänger quer durch das Bistum zu euch gekarrt.

Anschüren!
Nach dem ein kleines Holzfeuer in jedem Ofen brannte und so den Lehm Stabilität verlieh, wurde es gemütlich. Von Begeisterung („Das ist von der Glut geküsst“) bis Ernüchterung („Oh, der eine Ofen ist zusammengeklappt“) war alles dabei, als zwei Großenrieder Mädels den Flammkuchen vorbereiteten, der in ihren Öfchen gebacken werden sollte. Da durch den Ausfall eines Ofens (der Lehm war Schuld, stellte die Bildungsreferentin fachkundig fest, das nächste Mal muss einfach noch gleichmäßiger durchgeknetet werden!) die Backfläche knapp wurde, musste der Herd im Pfarrheim herhalten und das Abendmahl retten.

Fazit
In mittlerweile rabenschwarzer Nacht setzte endlich das große Mampfen ein, es gab zustimmendes Nicken und eine Vergleichsverkostung Elektroherd-/Lehmofen-Flammkuchen. Letzterer war eindeutig würziger, an der Unterseite aber, nun sagen wir: gut durch.
Was ist den Großenriedern von dieser Gruppenstunde im Gedächtnis geblieben?
„Das Essen war gut“, „Die Schlammschlacht war lustig“, „Das Anschüren hat Spaß gemacht“ sagten die einen. Einen guten Rat gab es zum Schluss noch von Linda Brand (15) aus Weidendorf: „Vielleicht das nächste Mal ein bisschen früher anfangen...“

Nastasia Radtke

PS: Mehr Bilder von dieser Lehmofen-Gruppenstunde findet ihr hier!

 

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