PS und Psalme



Motorradhund Teddy brauste mit Herrchen und Pfaffenhofener Kennzeichen durch die Lande

Sommer ist's – zumindest laut Kalender – und somit war es Zeit für eine Neuauflage des beliebten KLJB-Motorradgottesdienstes (Mogodi). Am Samstag, den 9. Juli traf man sich also vor der Eichstätter Schutzengelkirche, um gemeinsam die Straßen des Altmühltals unsicher zu machen und sich anschließend beim Gottesdienst auch einen Segen für sein Fahrzeug abzuholen.

Der Himmel zeigte sich launisch und grau über Eichstätt, eigentlich wenig Wochenend- und Ausfahrt-tauglich. Trotzdem versammelten sich dreißig unerschrockene Biker (und Motorradhund Teddy) mit ihren Maschinen um die Organisatoren Albert Dachl, Anton Mayer, Viola Götz, Michael Heiß und Benedikt Bittlmayer, um gemeinsam in guter Stimmung die Fahrt zum Kloster Plankstetten anzutreten, wo die Klosterkirche besichtigt werden sollte.
KLJBler Anton „Fuzzi“ Mayer nahm die hartnäckige Bewölkung gelassen hin. Das hier sei kein Wetterpech, „Pech wäre Dauerregen“.

Alles Bio?
Nachmittags kamen die Biker überpünktlich am Ausflugsziel Kloster Plankstetten an und verzogen sich für die Wartezeit umgehend in die einladende Klosterschenke. Erstmal Käffchen!
Warum ist es in diesem Jahr eigentlich Plankstetten geworden? „Ja, weil der Eichstätter Bischof aus Plankstetten ist. Wir wollten mal schauen, wo er herkommt und wie bio es wirklich ist“, klärt Mitorganisator Benedikt „Bene“ Bittlmayer von der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) in Anlehnung an das bekannte Bio-Dinkelbier auf. Auch Lilly aus Berching, zum ersten Mal beim Mogodi dabei, hatte frohlockend die leiblichen Genüsse im Blick, die das Tagesprogramm noch versprach: „Bis jetzt war's schon sehr schön … aber abends soll's ja auch noch was zu essen geben!“ Seit drei Jahren die „Karriere“ als Sozius aufgegeben und nun selbst auf dem Motorrad unterwegs, hatte sie Lust bekommen, einmal mitzufahren - Mitorganisator Albert Dachl hatte sie angeworben. Auch Hans Schmidt aus Wemding gab zusammen mit seiner Frau sein Mogodi-Debüt. Sie waren ebenfalls über Mundpropaganda zum Mogodi gekommen: „Der Schwager war schon öfter dabei. Und wir finden es auch super, bis jetzt war's einwandfrei!“

Lehrstunde in mönchischer Komik
Um 15 Uhr begann Pater Bendedikt in seinem ganz eigenen Stil die Führung durch die Klosterkirche. Mit Witz, Charme und vergnüglichen Kommentaren ging es von der Eingangshalle („Paradies“, romanisch) ins Innere und damit zu gotischen, barocken und Rokoko-Elementen, die der hutzelige Kirchenführer seinen Zuhörern mit ganzem Körpereinsatz anpries. Nebenbei gab er noch einen Einblick in den (für viele wohl gewöhnungsbedürftigen) klösterlichen Alltag: „Wir erheben uns um 4:40 Uhr, um 5 Uhr fängt's beten an.“ Auch bei der Besichtigung der Seitenaltäre sorgten seine Sprüche immer wieder für Heiterkeit, seine Lieblingsworte dabei waren ganz klar „tiefer symbolischer Hintergrund“. Natürlich ließ er es sich nicht nehmen, auch ein wenig Bibelunterricht zu erteilen. So appellierte Pater Benedikt an seine Zuhörer: „Psalmen gehören zur Weltliteratur, nicht die Bildzeitung!“ Sowieso, ein Talent zum Motivationstrainer konnte ihm am Ende der Führung jeder bescheinigen und so gab er an der klostereigenen Quelle, um die die geschäftstüchtigen Mönche geschickt ihren Souvenirladen gebaut hatten, noch einmal jedem auf den Weg: „Machen Sie was aus Ihrem Leben!“

Gottesdienst: „Das Gute liegt so nah“
In der Spindeltalkirche bei Wellheim begann um 18 Uhr der Gottesdienst, bei dem neben Leuten aus der Umgebung auch eine mittlerweile stattlich angewachsene Truppe von achtzig Bikerinnen und Bikern aufschlug. Kaum hatten alle in der Kirche Platz genommen, ergoss sich draußen auch der überfällige Regenguss – Glück gehabt!
KLJB-Präses Matthias Blaha freute sich besonders, dass auch Wolfgang Butzer, ehemaliger KLJB-Diözesanpräses und "Erfinder" des Motorradgottesdienstes, mit von der Partie war. Blaha hatte eine Predigt an Hand der Fragestellung „Wie findest du das Glück?“ vorbereitet. Anstatt von Luftschlössern zu träumen, die vielleicht nie Wirklichkeit werden, solle man lieber in sein Leben schauen und wahr nehmen, was es da alles an Gutem für einen gibt. „Freu dich darüber, sei zufrieden und dankbar. Und du wirst immer wieder kleineres und größeres Glück finden. Denn kein Mensch kann dankbar und unglücklich zugleich sein. Du wirst sehen: Das Gute liegt so nah!“, so der KLJB-Präses. Nach der Andacht schritt er zur Tat und führte auf dem Parklplatz vor der Kirche die Fahrzeugsegnung durch – auch so eine Besonderheit des Mogodis.
Als Andenken an den Gottesdienst mit viel PS konnte sich jeder ein Holzkreuz aus Bethlehem und bei Bedarf auch einen gut gefüllten Magen mitnehmen – zum Ausklang des Tages wurde nämlich vor der Spindeltalruine noch gemütlich gegrillt.

Nastasia Radtke

Mehr Bider vom Mogodi findet ihr hier!

<< Mai 2012 >>
Mo Di Mi Do Fr Sa So
18 30 1 2 3 4 5 6
19 7 8 9 10 11 12 13
20 14 15 16 17 18 19 20
21 21 22 23 24 25 26 27
22 28 29 30 31 1 2 3

No events found.