Orientierung mit Jesus und Gisela
15 Jahre Motorradgottesdienst der KLJB
17. Juli 2010

Auf eine Ausfahrt hatte die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) geladen, so wie in jedem Sommer. Und die Biker kamen. Traditionell fand man auf den rund 70 Motorrädern auch viele Fahrer aus der Katholischen Landvolkbewegung (KLB), zumal deren Mitglieder an der Organisation dieser Aktion beteiligt waren. Die Fahrt führte von Eichstätt ins Urdonautal und ins Ries, bevor in der Spindeltalkirche bei Wellheim KLJB-Präses Matthias Blaha unter anderem sein Navigationsgerät sprechen ließ.

Das Navi des Pfarrers
In der sehr gut gefüllten Kirche, in der auch viele Nicht-Biker aus der Umgebung Platz genommen hatten, ließ KLJB-Präses Matthias Blaha sein Navi „Gisela“ sprechen. „Sie haben ihren Bestimmungsort erreicht“, tönte es durch die Ruinenkirche. So wie „Gisela“ auf drei Satelliten zurückgreift, um ihrem Benutzer den Weg zu weisen, habe Jesus den Menschen drei Leitlinien an die Hand gegeben, die auf allen Wegen des Lebens für die nötige Orientierung sorgen. Diese ließen sich zusammenfassen in „Liebe dich selbst, deinen Nächsten und Gott“. Wer diesen „Sternen“ nachstrebe, „kann im Alter mal zufrieden auf sein eigenes Leben zurückblicken und sagen: Es war gut so!“, verkündete Blaha, der das Erbe des Pfarrers Wolfgang Butzer antritt, welcher die Motorradgottesdienste in den vorherigen Jahren gehalten hatte. Die Predigt unter dem Motto „Wo geht's lang?“ beschäftigte sich viel mit der Suche, dem unterwegs sein und dem Finden. Um sicher im Leben unterwegs zu sein, brauche es einen Beruf, der Freude macht, Freunde, Freizeit, Hobbies und vieles mehr. So könne aus einem vagen Ziel auch eine Bestimmung werden, wie „Gisela“ es zu formulieren pflegt.

Fahrzeug-Segnung durch Regenwolke
Die abschließende Fahrzeugsegnung wurde dem Pfarrer durch eine gewaltige Gewitterwolke abgenommen, die sich in voller Härte pünktlich zum Ende des Gottesdienstes über die Motorräder ergoss. Matthias Blaha nahm die Segnung aber auf alle Fälle noch einmal gewissenhaft persönlich vor, wenn auch mit Regenschirm – schließlich wusste er nicht genau, ob er die Wolke gerade noch rechtzeitig vor Ausbruch des Regens gesegnet hatte. Die auf Grund des fiesen Wetters sich schnell auflösende Gruppe, konnte sich noch einen Salzteig-Stern als Andenken an den Gottesdienst mit auf dem Weg nehmen – auch als kleine Erinnerung, möglichst die Orientierung zu behalten.
Die Kollekte ging diesmal übrigens an Bruder Martin Berni für seine Wärmestube und Straßenambulanz „St. Franziskus“ in Ingolstadt, die sich um die Basisversorgung von Obdachlosen kümmert, d.h. um Schlafplatz, Essen und medizinische Versorgung.

PS und Mundpropaganda
Die KLJBler Anton Mayer, Viola Götz und Michael Heiß sowie Benedikt Bittlmayer und Albert Dachl von der KLB hatten diese Ausfahrt organisiert. Letzterer war mit dem Wetter gar nicht zufrieden: „In Eichstätt sind wir mit 40 Motorrädern gestartet, bei besserem Wetter waren es sonst immer doppelt so viele.“ Albert Dachl kennt sich auch in der Entstehung des Motorradgottesdienstes aus. Vor 15 Jahren wurde er aus der Taufe gehoben „weil der halbe KLJB-Vorstand Motorad gefahren ist!“, weswegen man auch jedes Jahr wieder auf bekannte Gesichter träfe und gar nicht so viel werben müsse: „Die meisten kenne ich, das läuft alles über Mundpropaganda.“ Den Zwischenstopp beim Rieser Bauernmuseum in Maihingen hat ihm gut gefallen, witzig, das ganze alte Zeug – vor allem die betagten Kutschen. Und im nächsten Jahr sei er, ganz klar, wieder dabei.
Trotz Mistwetter und nasser Kluft zog es viele Teilnehmer noch nach Euerwang zum Grillplatz, wo man den Abend, gut überdacht, gesellig ausklingen ließ.
Bis zum nächsten Jahr wünscht die KLJB allzeit Gute Fahrt!


Nastasia Radtke

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